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IHK oder HWK? Die Unterschiede bei der AEVO-/AdA-Prüfung – was Ausbilder wissen müssen (2025)

  • Autorenbild: ada-lernen.de
    ada-lernen.de
  • 15. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Dez. 2025


Praktische AEVO-Unterweisung

Wenn du den Ausbilderschein (AEVO/AdA) machen möchtest, stellt sich früher oder später die Frage: 👉 Soll ich die Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder bei der Handwerkskammer (HWK) ablegen?


Die kurze Antwort: Der Abschluss ist überall gleich viel wert, aber die Prüfungen unterscheiden sich in Ablauf, Stil und Schwerpunktsetzung. Hier erfährst du kompakt und verständlich, worin genau die Unterschiede liegen und welche Kammer besser zu dir passt.



1. Gleiche Rechtsgrundlage – andere Prüfungsrealität


Sowohl die IHK als auch die HWK prüfen nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO). Das bedeutet:


  • gleiche Inhalte


  • gleicher Anspruch


  • bundesweit anerkannt


  • gleicher Abschluss


Die Unterschiede zeigen sich in der Praxis – also WIE geprüft wird.



2. Praktische AEVO-Prüfung: Unterschiede klar spürbar


IHK: didaktisch, strukturiert, methodenorientiert. Typisch für die Industrie- und Handelskammer:


  • Fokus auf klaren methodischen Aufbau


  • starke Orientierung an Lernzielen


  • weniger handwerkliche Praxis, mehr Struktur & Didaktik


Die Prüfer stammen oft aus kaufmännischen oder wirtschaftlichen Berufen.



HWK: praktischer, handwerksnäher, realitätsorientiert. Bei der Handwerkskammer liegt der Schwerpunkt stärker auf der umsetzungsorientierten Unterweisung:


  • echte Tätigkeiten aus dem Handwerk erwünscht


  • Praxisnähe ist wichtiger als perfekte Theorie


  • Prüfer kommen meist aus handwerklichen Betrieben


Die HWK legt Wert darauf, dass der Auszubildende „in der Praxis bestehen“ würde.



3. Unterschiede im Fachgespräch


IHK


  • Warum diese Methode?


  • Wie hast du das Lernziel formuliert?


  • Wie gestaltest du den Ausbildungsprozess?


Fokus: pädagogisches Verständnis & Didaktik



HWK


  • Wie stellst du Arbeitssicherheit sicher?


  • Welche typischen Fehler passieren bei dieser Aufgabe?


  • Wie würdest du in der Werkstatt vorgehen?


Fokus: praktische Umsetzung & handwerkliche Abläufe



4. Unterweisungsthemen: Worauf achten IHK und HWK?


IHK


  • Büro- und Dienstleistungsprozesse


  • kaufmännische Themen


  • organisatorische Tätigkeiten



HWK


  • Tätigkeiten mit Werkzeugen


  • handwerkliche Arbeitsabläufe


  • sicherheitsrelevante Schritte


Tipp: Egal welche Kammer, wähle ein Thema, das fachlich simpel, sicher, typisch für deinen Beruf und gut in 15 Minuten machbar ist.



5. Die schriftliche Prüfung: Ein entscheidender Unterschied bei der HWK


Grundsätzlich besteht die schriftliche AEVO-Prüfung aus:


  • 70 Minuten


  • 80 Punkte


  • überwiegend Multiple Choice


  • Bestehen ab 50 Punkten


Wichtig für viele: Die HWK nutzt oft Freitextfragen! Während die IHK fast ausschließlich Multiple Choice verwendet, ergänzen viele Handwerkskammern die Prüfung durch:


  • Freitextfragen


  • Situationsaufgaben („Was tun Sie als Ausbilder in folgendem Fall…?“)


  • offene Fragen zur Begründung


  • praxisnahe Fallbeispiele



Diese offenen Aufgaben testen deine Fähigkeit:


  • Probleme in der Ausbildung zu lösen


  • Entscheidungen zu begründen


  • Lernziele anzuwenden


  • auf Sicherheit & Praxis einzugehen


Das bedeutet: Bei der HWK solltest du Inhalte verstehen und erklären können, nicht nur ankreuzen.



6. Prüfungsatmosphäre & Ablauf


IHK


  • oft modern & strukturiert


  • klare Abläufe


  • eher neutrale Gesprächsführung



HWK


  • sehr praxisnah


  • direkterer, handwerklicher Ton


  • realitätsnahe Anforderungen („So läuft’s im Betrieb“)


  • stärker auf Umsetzung ausgerichtet



7. Was ist leichter – IHK oder HWK?


Es kursiert der Mythos:


❌ „Bei der HWK ist es schwerer.“


❌ „Die IHK lässt alle durch.“


Beides stimmt so nicht.



Wahr ist:


  • Die IHK ist methodischer.


  • Die HWK ist praxisorientierter.


Leichter ist die Kammer, die zu deinem Berufsfeld und deinem Lernstil passt.



8. Für wen eignet sich welche Kammer?


IHK – ideal für dich, wenn…


✔ du aus einem kaufmännischen oder Dienstleistungsberuf kommst


✔ du gern strukturiert und didaktisch arbeitest


✔ du weniger Praxis zeigen willst



HWK – ideal für dich, wenn…


✔ du im Handwerk oder technisch arbeitest


✔ du praktische Tätigkeiten gut demonstrieren kannst


✔ du realitätsnahe Ausbildungsaufgaben bevorzugst



9. Preise und Termine – leichte Unterschiede


Beide Kammern bewegen sich typischerweise zwischen:


  • IHK: ca. 150–250 €


  • HWK: ca. 140–230 €


Termine, Gruppengröße und Wartezeiten variieren regional.



10. Fazit: Beide Abschlüsse sind gleich – aber nicht gleich aufgebaut


Die IHK und die HWK prüfen nach derselben AEVO, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte:


  • IHK: Didaktik, Lernziele, Struktur


  • HWK: Praxisnähe, Umsetzung, Handeln im Betrieb


  • HWK-Schriftlich: häufig zusätzliche Freitextfragen


Die richtige Wahl hängt davon ab, wie du arbeitest und was du besser kannst. Egal für welche Kammer du dich entscheidest: Mit einer klaren Unterweisung, einem methodisch sinnvollen Aufbau und guter Vorbereitung bestehst du sicher.


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Kostenlose PDF: Prüfungsfragen HF 2


Kostenlose PDF: Prüfungsfragen HF 3


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